1. März 2021

Evaluation des LFB

Stellenabbau gegen den Klimawandel???

 

Das macht fassungslos.

 

Der Landesforstbetrieb Brandenburg (LFB) soll unter „besonderer Berücksichtigung der Herausforderungen des Klimawandels“ zukunftssicher aufgestellt und die forstliche Forschung gestärkt werden. So klar ist der Parlamentsauftrag aus dem Dezember 2019. Nun liegt eine Management-Summary mit wesentlichen Untersuchungsergebnissen der beauftragten Beratungsfirma BSL vor, welches die Reduktion der heutigen Revierzahl um 55 (!) vorsieht. Die Hoheits- und Gemeinwohloberförstereien, heute 30, sollen zu 6 Forstämtern zusammengelegt werden. Diese 6 Gebilde erinnern stark an die gescheiterte Funktionalreform. Damals wurde die Größe der Verwaltungseinheiten als fachlich unsinnig und politisch nicht umsetzbar erkannt. Außerdem sollen die Kapazitäten für die Waldpädagogik um 25 % reduziert werden. Ein Klimawandel bezogenes Mehr an Forschungskapazität am Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) ist nicht vorgesehen.

Wir haben erwartet, dass die zahlenmäßige Stärkung wissenschaftlich ausgebildeten Personals sowie der IngenieurInnen in einer Flächenverwaltung die Reaktion auf die erwarteten Herausforderungen des Klimawandels ist. Das Gegenteil wird vorgeschlagen.

Die Ist-Analyse der BSL wurde von den beteiligten KollegInnen als oberflächlich und teilweise arrogant wahrgenommen. Obwohl das Gutachten noch gar nicht vorliegt, wurden Politik und Medien durch Herrn Minister Vogel (B90/Grüne) noch vor den Beschäftigten über die Eckwerte informiert. Die Information der Führungskräfte erfolgte lediglich mündlich, die Zusammenfassung wurde erst im Nachgang bereitgestellt. Von den heute 1.489 Mitarbeitenden sollen 1.280 übrigbleiben. Der politische und öffentliche Diskurs findet statt, obwohl die Herleitung der Zahlen und Inhalte nicht bekannt ist. Zu befürchten ist, dass die Meinungsbildung abgeschlossen ist, bevor das Gutachten vorliegt. Das gab es so noch nie.

Im Kleeblattgespräch am 25.1.2021 wies der Direktor des LFB auf Nachfrage darauf hin, dass keine inhaltliche Rückkoppelung seitens des Ministers in die Belegschaft vorgesehen ist. Wir werden unsere Stimme zeitnah erheben!

Das Summary liegt der Geschäftsstelle vor, das Gutachten soll Ende Februar vorliegen.